Stahlblaue Keramikelefanten

Er sitzt erschöpft auf einem der zwei Stühle am Esszimmertisch und guckt sie an. Sie hat sich vor ihm aufgebaut und schreit ihn an. Sie stellt unzählige Fragen und gestikuliert wild mit den Händen. Er kann sie nur verängstigt angucken und fühlt sich immer schuldiger, während er an die gebräunte Haut und die schwarzen Haare denkt. Der Koffer liegt geöffnet im Flur und auf dem Tisch in der Ecke stehen zwei stahlblaue Keramikelefanten.

Er erinnert sich an Mahdiharpura und die geschliffenen Kanten.

„Und alles was du mir mitbringst, sind diese Elefanten?“

Er schaut hinüber zum Tisch, greift in seine Hosentasche und hält inne. Er guckt beschämt auf den Boden, während sie mit einem zweiten Schwall von Fragen beginnt.

„Und was hast du da drüben überhaupt so lange gemacht? Ich dachte, du bist nur eine Woche weg?“

Sie sinkt auf den zweiten Stuhl.

„Wie kannst du mir das antun? Woher kennst du sie? Wie viele…“

Er zieht seine Hand aus der Tasche und rollt zwei kahlgraue Blutdiamanten auf den Tisch.

Sie guckt ihn erschrocken an und dann auf den Tisch.

„Was?“, fragt sie.

„Ich war für uns drüben. Wir hatten ein paar Komplikationen und ich habe die Chance genutzt. Die Beiden wurden konfisziert, keiner wird sie vermissen.“

Sie guckt immer noch entsetzt und nickt leicht, um zu zeigen, dass sie verstanden hat. Dann schüttelt sie den Kopf, atmet laut aus, nimmt einen der Steine und geht aus dem Raum. Kurz darauf hört er die Haustür ins Schloss fallen.

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