Die Unterschicht der Diebe

Ein Mann geht auf dem Bürgersteig einer Straße entlang. In der linken Hand hält er eine Zigarette, die Rechte steckt lässig in der Hosentasche. Er guckt auf die andere Straßenseite und sieht,…

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…wie ein Mann aus einem Geschäft läuft. „Haltet den Dieb auf“, schreit ein Angestellter des Ladens. Er lässt die Zigarette in eine Pfütze fallen und rennt hinterher. „Hey, stehenbleiben. Polizei! Hey!“, ruft er dem Mann hinterher. Ein Angestellter in Uniform erscheint in der Ladentür, während der Mann an dem Laden vorbei und hinter dem Dieb herrennt. Der Angestellte guckt ihm verdutzt nach und bleibt starr in der Tür stehen. Der Dieb biegt um eine Ecke und läuft in eine dunkle Gasse. Der Mann holt schnell auf. Er kommt immer näher und packt den Dieb an seinem schwarzen Pullover. Dieser dreht sich mit einem Ruck um und trifft den Mann mit der geballten Faust mitten auf der Nase. Er sinkt zu Boden.

Als er wieder aufwacht liegt er in einem Bett. „Wo bin ich?“, schreckt er hoch. „Bleib ruhig. Du liegst im Krankenhaus. Du hast einen Dieb verfolgt und er hat dich mit einem Schlag, der von einem Boxer hätte sein können, ausgeknockt“, klärt ihn sein Partner auf, der in Uniform neben dem Krankenhausbett steht. „Kannst du den Täter beschreiben? Der Angestellte, der zu der Zeit im Laden gearbeitet hat, meint der Täter wäre ein kleiner Mann gewesen. So zwischen 170cm und 180cm. Er soll eine Maske von Donald Trump aufgehabt haben. Zudem meinte er, der Täter habe einen schwarzen Hoodie und eine schwarze Hose getragen. Kannst du das bestätigen?“, befragt ihn der Uniformierte. „Was? Eine Maske von Donald Trump? Nein, nein. Er hatte eine Maske von George W. Bush auf. Der Rest kann ungefähr hinkommen. Aber schwarze Hoodies und Männer in dieser Größe gibt es in London zu Tausenden. Wo sollen wir da ansetzen?“, fragt der Mann mit schmerzverzerrtem Gesicht. Nach ein paar weiteren Fragen ist der Besuch beendet. „Erhol du dich erstmal. Ich halte dich auf dem Laufenden, Partner“, fordert der Polizist. Er geht aus dem Raum und der Mann im Bett beschließt noch einmal die Augen zu schließen.

Nach zwei Stunden Schlaf wacht er von dem Öffnen der Zimmertür auf. „Mr. Walker?“, fragt ihn der Arzt. „Ja? Ich bin Mark Walker!“, antwortet Mark verdutzt. Der Arzt legt das Klemmbrett, dass er in der Hand hält, vor seine Brust und sagt: “Ihnen fehlt nichts, sie können nach Hause gehen. Ihre Sachen sind dort drüben im Schrank. Die Waffe hat ihr Kollege mitgenommen. Vorne am Tresen bekommen sie noch einen Bericht der Untersuchungen mit. Weiterhin gute Besserung!“ Dann nickt er kurz und verschwindet im Getümmel auf dem Gang. Mark reibt sich die Augen, er muss erst einmal wach werden. Er fragt sich, ob er das gerade geträumt hat. Dann schaut er auf sein Handy. Es ist schon fast Mittag und er will unbedingt noch heute den Mann finden, der ihn niedergeschlagen hat.

Er packt seine Sachen und fährt zu dem überfallenen Geschäft. Dort angekommen bleibt er vor dem Laden stehen. Ein Sportgeschäft. Er fragt sich, warum jemand ein Sportgeschäft überfällt und geht hinein. Ein Angestellter kommt direkt auf ihn zu. „Hallo Mr., suchen Sie etwas Bestimmtes?“, fragt er Mark. „Guten Tag. Ich bin Polizist und untersuche den Einbruch bei Ihnen im Geschäft“, er zieht seinen Polizeiausweis aus der Tasche und hält ihn demonstrativ vor sich. „Was wurde gestohlen und wer war bei dem Diebstahl hier?“ Der Angestellte schaut ihn mit großen Augen an. „Ihre Kollegen waren schon hier und haben dieselben Fragen gefragt. Muss ich ihnen das nochmal erzählen?“, stottert der Angestellte in seinem roten Poloshirt. „Bitte“, fordert ihn Mark trocken auf. Der Angestellte überlegt kurz: „Ok. Also, es wurden ein paar Karabinerhaken, ein paar Seile, eine Kletterausrüstung und eine Metalltrinkflasche geklaut. Ich frag mich aber, warum der Dieb genau die Dinge genommen hat. Sie liegen alle in unterschiedlichen Bereichen des Ladens und es gibt hier Dinge mit viel größerem Wert. Zum Beispiel die Sportuhren und die Messer. Ach, und heute morgen war James Colway hier. Er ist Student und hilft manchmal aus. Er war zu dem Zeitpunkt allein, weil morgens sowieso keine Kunden kommen. Ich glaube zum Zeitpunkt des Überfalls waren zwei Kunden im Laden. Wer kann denn auch ahnen, dass genau in der Stunde, in der er alleine ist, ein Dieb kommt und ihn überrumpelt. Er ist dann vom Chef nach Hause geschickt worden, weil es ihm nicht gut ging.“ Mark hört aufmerksam zu und man sieht in seinem Gesicht, dass er die Fakten gerade kombiniert. „Gut, geben sie mir bitte die Telefonnummer und die Adresse von James Colway. Wie ist Ihr Name?“, fordert Mark den Angestellten auf. „Ich heiße Karim Gotha“, sagt er langsam und geht hinter den Tresen, wo er in einer Schublade wühlt. Dann holt er einen laminierten Zettel hervor und gibt ihn Mark. Dieser notiert sich die Adresse und die Telefonnummer von James Colway, fragt noch ein paar weitere Fragen und fährt dann zum Präsidium.

Dort angekommen springt er die Treppe zu seinem Büro hinauf. „Hey Mark, geht’s dir schon besser? Du hättest nicht kommen müssen, wir sind an dem Fall dran“, ruft der Mann, der ihn im Krankenhaus besucht hat. „Ed, wir müssen zu diesem James Colway, der zur Zeit des Diebstahls im Laden war. Ich glaube er hat was mit dem Diebstahl zu tun“, hetzt Mark. Ed guckt ihn verdutzt an: „Aber wie soll das denn funktionieren? Du hast ihn doch im Geschäft gesehen und dann den Dieb verfolgt?“ „Steig ins Auto, ich erkläre es dir gleich.“ Ed läuft Mark hinterher und beide steigen in Mark’s dunkelblauen VW. Auf der Fahrt zu Colway erklärt Mark Ed, was er vermutet.

Am Haus, wo James Colway wohnt, angekommen, parkt Mark das Auto und beide gehen den schmalen Fußweg zur Eingangstür entlang. Sie klingeln bei „Colway“. Dann spricht eine Stimme aus der Anlage neben der Tür: „Hallo, wer ist da?“ „Mr. Colway? Wir sind von der Polizei und haben ein paar Fragen wegen des Diebstahls im Sportgeschäft, wo sie arbeiten. Können wir raufkommen?“, antwortet Mark „Ähm, gerade passt es nicht so gut. Ich habe morgen eine wichtige Präsentation und muss mich vorbereiten“, entgegnet die blecherne Stimme Colway’s. „Mr. Colway, machen sie die Tür auf. Sie möchten nicht, dass wir sie morgen bei ihrem Vortrag von der Bühne holen, oder?“, droht Ed ihm. Der Türöffner surrt kurz und Mark drückt die Tür auf.

James Colway steht bereits vor seiner Wohnungstür und erwartet die beiden. „Hallo. Was kann ich denn für sie tun?“, fragt Colway mit erhobener Stimme. „Lassen sie uns reingehen“, schlägt Mark vor und leitet Colway mit einer Armbewegung wieder in die Wohnung. Dieser folgt der Aufforderung wortlos und geht ins Wohnzimmer der kleinen Wohnung. „Mr. Colway, was wurde alles bei dem Überfall geklaut?“, fragt ihn Mark überfallartig, aber mit ruhiger Stimme. Colway schaut ihn an und zögert kurz: „Ich… ich glaube ein paar Seile und Karabiner oder so. Glaube auch eine Trinkflasche. Das ging aber alles so schnell. Ich bin noch ganz durcheinander von all dem. Haben Sie noch weitere Fragen oder kann ich zurück an meinen Vortrag?“ Mark schmunzelt kurz und fährt dann fort: „Gut, Mr. Colway. Woher wissen Sie, was genau gestohlen wurde? Sie waren doch seit dem Diebstahl nicht mehr im Geschäft. Würden Sie uns bitte zum Revier begleiten?“ Colway läuft ein Schweißtropfen übers Gesicht. Er steht auf und gleitet sofort wieder zurück in den Sessel, in dem er zuvor saß. Ed’s Hand geht Richtung Waffe. Mark hält ihn zurück: „Reden Sie. Es ist schon auffällig genug, dass Sie nach dem Diebstahl direkt nach Hause gegangen sind. Und dann wissen Sie auch noch, was gestohlen wurde.“ Colway hebt den Kopf langsam und schaut beide mit einem Mitleid erregenden Blick an. „Jetzt sag‘ doch schon!“, fordert Ed ihn auf. „Ok, ok. Ist ja schon gut. Einer aus der Uni hat mich angestiftet. Er hat mitbekommen, dass ich in dem Geschäft arbeite. Er braucht für irgendetwas eine Kletterausrüstung und meinte ich würde in zwei Wochen eine Menge Geld bekommen. Im Geschäft sind keine Kameras, weshalb ich die Sachen schon bereitlegen sollte. Wir konnten ja nicht wissen, dass Kunden im Geschäft sein werden, wenn er die Sachen klaut. Ich musste dann halt so tun, als wäre der Überfall echt und habe ein bisschen Panik gestiftet und laut gerufen. Die Kunden waren natürlich total paralysiert. Dann ist er zu den Sachen, hat sie mitgenommen und ist geflüchtet. Pech hatten wir auch, weil Sie Mr. das alles mitbekommen haben und eingeschritten sind. Was passiert jetzt? Ich habe Ihnen alles gesagt, was ich weiß.“ Ed steht auf, geht zu Colway, zieht ihn am Arm aus dem Sessel und legt ihm Handschellen an. „Sie kommen jetzt erstmal mit aufs Revier und dort sehen wir weiter. Wir haben noch ein paar andere Fragen!“, droht ihm Ed. Sie fahren zusammen aufs Revier und Colway wird erneut verhört. Er nennt den Polizisten den Namen und die Adresse des Diebes. Mark und Ed fahren zu der Adresse, die ihnen genannt wurde und halten vor einem heruntergekommenen Einfamilienhaus.

„Ed, du bleibst am besten hier und rufst Verstärkung, wenn ich nicht gleich wiederkommen sollte. Ich habe noch eine Rechnung mit ihm offen!“ Ed nickt und Mark geht zum Haus. Dort angekommen klingelt er. Ein kleiner Mann öffnet die Tür. „Ja?“, fragt der Mann genervt. „Mark Walker. Ich komme von der Polizei und würde sie gerne bei uns auf dem Revier befragen.“ Zeitgleich mit dem Beenden des Satzes dreht der Kleine sich um und rennt ins Haus hinein. Mark folgt ihm, während Ed aus dem Auto springt und ebenfalls losrennt. Mark läuft durch die offen stehende Hintertür und sieht nur eine Faust auf sein Gesicht zufliegen. Erneut. Er sinkt zu Boden und bleibt liegen. Der Mann rennt durch den Garten, Ed hinter sich wissend. Mit einem sauberen Tackle ringt Ed ihn nieder, schnallt ihm die Handschellen um und ruft einen Krankenwagen.

Wieder einmal wacht Mark im Krankenhaus auf. Neben ihm liegt eine Schachtel Pralinen. Und auf der anderen Seite des Bettes sitzt wieder einmal Ed. „Boar, lass das bitte nicht zu meinem Alltag werden. Hast du den Kerl noch bekommen?“, grummelt Mark leise. „Haha, ja. Wir haben sogar das Diebesgut in seinem Zimmer gefunden und er hat gestanden. Er wollte mit einem Freund die Art Gallery ausrauben. Lächerlich. Diebe werden alle dreister und unqualifizierter. Übrigens war es wirklich eine Maske von Bush. Colway ist politisch wohl einfach nicht so interessiert“. Ed lacht und deutet auf die Pralinen. „Da, für dich, deine Lieblingspralinen. Hast du dir nach der Aufklärung dieses Falls auf jeden Fall verdient“ Mark lächelt, öffnet die Packung, nimmt sich eine Praline und reicht sie dann zu Ed. „Nach dem ganzen Boxen, Klettern und Laufen haben wir uns Schokolade wirklich verdient!“, stellt er lachend fest.

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