Was Bali und Dublin gemeinsam haben

Jeder von uns, der schon einmal auf Bali oder in Dublin war, wird dieses Problem kennen und es registriert haben. Manche sehen es eher locker, andere regen sich darüber auf. Fakt ist, dass uns alle irgendetwas stört. Nicht nur beim Reisen, sondern auch im Alltag, an unseren Freunden oder uns selber – nichts und niemand ist perfekt.

So weit, so gut. Aber Bali und Dublin haben diese eine Sache gemeinsam, über die ich schon mit vielen Bekannten und Freunden geredet habe. Darüber habe ich mit vielen Deutschen auf meinen Reisen geredet und auch selber oft mitbekommen, dass Bali, Dublin und viele Orte dies gemeinsam haben. An allen von ihnen lungern wir herum.
Ja, wir, wir Deutschen mit unseren bunten Schriftprint-T-Shirts, unseren Flip-Flops und Shorts, mit den Handtüchern zum Liegen besetzen und den Familienoberhäuptern, die lautstark die vierköpfige Truppe wie eine Schafsherde zusammenhalten, während sie brüllend ihre Tagespläne kommunizieren. Ob Familienurlauber, Packpacker, Pärchenreisende oder Senioren, die Deutschen erkennt man. Egal, ob im Supermarkt auf Bali mit einer Flasche deutschen Markenbiers in der Hand, in Dublin im Lidl oder auf Mallorca (wobei das ja dort normal ist).

Ich kenne viele Leute, die damit ein Problem haben und am liebsten keine Deutschen im Urlaub sehen würden, weil sie ja schließlich extra aus Deutschland flüchten, um die langen Gesichter, die morgens um 8 Uhr auf dem Weg zur Arbeit in der Straßenbahn sitzen, nicht sehen zu müssen. Und dann laufen ihnen genau diese, jetzt geröteten und von der Anstrengung des Urlaubs, langen Gesichter tausende von Kilometern entfernt wieder über den Weg. Da könnten sie ausrasten und direkt weiterfliegen – am besten bis auf die Fidschis. Ach ne, da hängen dann wieder andere Langgesichter herum. Dann doch am besten bis an die Südspitze irgendeines Kontinents oder, besser noch, direkt in die Antarktis. Denn nur dort, wo kaum ein Mensch ist, sinkt die prozentuale Wahrscheinlichkeit einen Deutschen zu treffen auf einen einstelligen Wert.

Die andere Hälfte der Leute hat dazu keine Meinung. Ihnen ist es egal, denn sie wollen ihren Urlaub genießen und ob am Strand nun nur Deutsche, oder Balinesen liegen, ist ihnen prinzipiell egal. Letztendlich macht es ja auch keinen Unterschied, ob man in Dublin im Pub zwischen deutschen oder irischen Biertrinkern sitzt, oder? Über sie gibt es deshalb auch nicht so viel zu lästern. Sie genießen einfach ihren Urlaub ohne zu nörgeln (eigentlich untypisch für die Deutschen).

Bestimmt haben Dublin und Bali noch mehr Gemeinsamkeiten, die mir jetzt aber nicht einfallen, weil sie neben dem Hauptproblem, welches sich so unfassbar viele Destinationen teilen, eher unwichtig wirken. Klar, ich könnte ich das Wetter schreiben (was beide Destinationen sicherlich nicht gemeinsam haben) oder über die netten Einheimischen, die sich teilweise noch darüber freuen Deutsche kennenzulernen. Aber das wäre doch langweilig!

Nur so als kleinen Ausflug von den langweiligen Reiseberichten hier mal ein wenig Lästerei über den lieben, ehemaligen Reiseweltmeister Deutschland, der vieles dafür tut, wieder an die Spitze zurück zu kommen und deshalb auch im Juni des nächsten Jahres neben den Engländern, deren Hautton dann schon dem eines Seesterns gleicht, sein Handtuch auf der Liege ausbreitet, um sie für die Zeit nach dem üppigen Buffet zu besetzen – herrlich!

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