Ein Spaziergang durch Athen

Athen bei Regen

Bei Regen trafen wir in Athen ein. Die vertrockneten Pflanzen, die von der Hitze aufgeladenen Pflastersteine und die von der Sonne erschöpften Menschen nahmen den Regen genau so dankend an, wie die Wälder weiter oben im Norden, wo noch wenige Tage zuvor Brände ihr Unwesen trieben. Da wir zuvor zwei Wochen Sonne auf Agistri erlebt hatten, war die Abkühlung auch für uns eine angenehme Abwechslung. Unweit vom 14 Reasons Why, wo wir losliefen als der Regen weniger wurde und wo wir die Nacht verbrachten, hatten wir vor unserer Reise nach Agistri schon im City Cirus geschlafen. Daher kannten wir das Viertel rund um den Platz Monastiraki schon und wussten, woran wir uns orientieren konnten.

Die Ruhe nach dem Regen

Verlegen plätscherte das Wasser von einigen Dächern in die engen Straßen, über die sich die Menschen wieder drängten. Der Regen hatte sie von den schmalen Bürgersteigen in die Häuser getrieben, wo viele von ihnen nun vermutlich den Abend verbrachten. Athen lag unter einem angenehmen Schleier, die Luft war mild und es wirkte alles wie an einem verschlafenden Sonntagmorgen. Dabei war der Nachmittag schon hereingebrochen. Über den Monastiraki, den ich mir größer vorgestellt habe, liefen wir an den Restaurants entlang, die sich am Straßenrand säumten. Durchnässte Touristen saßen dort und guckten, als hätte sie der Regen auf falschem Fuße erwischt. Wir liefen an ihnen vorbei und kamen nach Plaka. Das Viertel ist am Berg gelegen, weshalb manche Straßen nur über Treppen zu erreichen sind. Die Tische der Restaurants und Bars standen auf Plateaus zwischen den Stufen unter den Bäumen, die der Trockenheit getrotzt hatten und stolz ihre Blüten präsentierten. Kellner sprachen uns an, doch wir wollten nichts essen. Wir kamen an der römischen Agora und dem Tempel des Hephaistos, dem Gott des Feuers, vorbei. Die Sonne hatte sich durch die Wolken gekämpft und irgendwo muss es einen Regenbogen gegeben haben. Wir knipsten einige Fotos und liefen weiter ziellos durch die Stadt, bis wir durch Zufall unser nächstes Ziel fanden, von dem wir schon im Internet gelesen hatten.

Der Zentralmarkt und eine gute Pause

Die Gewürzstände empfingen uns vor der Markthalle, in der Fisch und Fleisch verkauft werden. Die Bewertungen waren durchmischt, dennoch wollten wir einen Blick hineinwerfen. Durch Pfützen, deren Entstehung ich nicht ergründen möchte, gingen wir zwischen verlassenen Ständen hindurch und kamen in den inneren Bereich, wo gerade die letzten Händler dabei waren, ihre Stände abzubauen und die nichtverkauften Produkte wieder zu verpacken. Eine detailliertere Beschreibung möchte ich dir an dieser Stelle ersparen. Zudem werde ich mir merken, nicht mehr kurz vor Ladenschluss auf einen solchen Markt zu gehen.

Von den Eindrücken etwas geschockt, gönnten wir uns eine Pause in einer der letzten Milchbars der Stadt. Stani ist ein gemütlicher Ort in einer Gasse hinter dem Omonia-Platz. Ich kann die Milch mit etwas Kaffee empfehlen. Ist eigentlich wie ein Kaffee mit Milch, nur die Anteile sind vertauscht.

Late Dinner

Nachdem der Regen wieder einsetzte, flohen wir kurzerhand zurück ins Hotel. Das brachte uns Zeit ein, um weitere Pläne zu schmieden. Von Freunden erfuhren wir von der Bar six d.o.g.s, wo wir unter den letzten Tropfen hindurch wenig später in einen kleinen Tropenwald kamen, den Hinterhof der Bar. Pflanzen zieren die Felswände des auf Kellergeschoss gelegenen Hofes. Die Atmosphäre war toll. Es duftete nach Pflanzen, die Kellner hatten gerade die Tische von den Pfützen befreit. Wir bestellten etwas zu trinken, es war kurz vor 7. Das weiß ich noch genau. Wenig später nach unseren Drinks kamen auch die ersten Gäste. Vor uns waren an diesem Abend nur sehr wenige Menschen in der Bar. Wir beobachteten die Touristen, die sich wie wir sorgfältig einen Tisch aussuchten, bis wir Hunger bekamen und es langsam dunkel wurde.

Durch die beleuchteten Straßen, in denen die Tische immer noch mit Touristen gefüllt waren, die die Gerichte, die sie vom griechischen Restaurant zuhause kannten, nun endlich auch in Griechenland ausprobieren wollten, liefen wir weiter. Das Viertel, in das wir kamen, war nur spärlich beleuchtet und doch lotste uns Google Maps hindurch. Wir hatten ein Ziel. Sam Has The Wrong Boyfriend war ein Name, der uns sofort neugierig machte. Es liegt abseits der Fußgängerströme und nur Menschen, die dorthin wollen, laufen auch genau dort lang. Das Menü ist klein, genau wie das Restaurant. Das Essen ist großartig, genau wie der Service und das Ambiente. Ich aß Pasta mit Trüffel und Salsiccia noch nie so gut!

Gleichzeitig war dies die letzte Station unseres Spaziergangs durch Athen. Sicherlich wird das Ausmaß der Stadt diesem kurzen Bericht nicht gerecht, da wir zum Beispiel nicht ein Tempel oder Museum besucht haben. Wenn ich noch einmal zurückkehre, wird das deshalb meine Priorität sein!

Hier kannst du meinem Blog folgen, um nichts mehr zu verpassen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..