(Almost) Lost Places – Bali Teil 3

Auch hier wieder eine Warnung: Wenn du Teil 1 und Teil 2 noch nicht gelesen hast, dann geh erstmal dort hin und lies die Geschichte von vorne. Danach bist du hier genau richtig!

Es wird fast schon zu einer Floskel, um den Umfang meines Reiseberichts kleiner zu halten, aber auch die Tage auf Nusa Penida vergingen schnell. Während wir Ideen für weitere Geschichten brainstormen, ich mir jegliche Sonnenaufgänge und manchmal auch die Untergänge anschaue, wir gut essen, das Penida Colada besuchen und ich mir einen Roller ausleihen will, sie mich aber nicht lassen, weil die Rezeptionistin panische Angst bekommt, als ich nur den Helm aufsetze, verfliegt die Zeit. Auf die Geschichte mit dem Roller gehe ich mal nicht näher ein. Alle die mich gut genug kennen, können sich ihren Teil denken.

Das Schwärmen von Nusa Penida

Damit du dir Nusa Penida etwas besser vorstellen kannst, beschreibe ich es dir näher. Stelle dir eine kleine Insel vor, die im Inneren etwas Vegetation hat und dort von Gras bedeckt ist. Nahe der Küste sind die Gebiete sandig und gleichen eher einer Steppe. Überall liegt Müll – und ich meine wirklich überall. Eine Ringstraße, die in jede Richtung einspurig ist, führt dich einmal um die Insel, wobei beide Spuren nicht so breit sind, dass zwei Autos aneinander vorbeifahren könnten. Zwischen der Ringstraße und dem Ufer sind phasenweise Häuser gebaut. Manche von ihnen werden schon als Cafés oder Restaurants genutzt, um sich auf den bevorstehenden Tourismusboom vorzubereiten. Andere von ihnen sollen dem Aufbau der Infrastruktur dienen und sind Schulen, Wohnhäuser oder Supermärkte. Aber, genau wie auf Bali, gibt es keine Fußwege und die Häuser sind teilweise so dicht an die Straße gebaut, dass zwischen den parkenden Rollern und den fahrenden Autos kaum ein Menschen vorbeigehen kann, ohne jedes Mal Angst bekommen zu müssen, von einem Außenspiegel mitgerissen zu werden.
Du merkst, ich beschreibe eine Insel, die vermutlich früher als Müllhalde diente, jetzt aber von Touristen entdeckt wurde und langsam ausgebaut wird. Entschuldige meine ironische Ader, aber irgendwo müssen die Urlauber ja hin, wenn Bali überfüllt ist.

Auch wenn der obere Absatz es nicht direkt erahnen lässt, hat mich Nusa Penida angesprochen. Die Insel hat etwas. Sie ist irgendwo charmant und wirkt ein wenig verschlafen. Das hat uns auch unser spontaner Schnorchelausflug bewiesen, bei dem wir viel zu lange überlegt haben, ob wir ihn für 25€ machen sollen. Mach ihn, wenn du dort bist! Und mach noch einen zweiten, wenn der Erste dir gefallen hat! Auch wenn wir anfangs etwas ratlos waren, weil uns ein Fahrer, der kein Wort Englisch sprach, zu irgendeinem Hafen gefahren hat, wo wir zu einem anderen Mann gebracht wurden, der uns die Ausrüstung besorgte und uns auf ein Schiff lotste, hatte ich den besten Tag dieser Reise. Wir hatten an diesem Tag Glück, denn die Sonne, die Wellen und alle anderen Bedingungen waren perfekt. Schon bei der ersten Tauchstelle, wo sich die Boote tummelten und bestimmt fünfzig Touristen im Wasser herumplanschten, schwammen zwei Mantarochen am Riff entlang. Völlig überfordert versuchte ich meine Maske zu richten, in die immer wieder das kalte Wasser lief. Es war noch früh morgens und ich war irgendwie gar nicht richtig wach. Doch von allen, die dort waren, hatte ich wahrscheinlich die beste Sicht. Denn als ich meine Ausrüstung in den Griff bekommen habe, schaute ich unter mich ins Wasser und beide Rochen schwammen genau unter mir entlang. Die Bewegungen, die sie machten, kann kein Mensch nachahmen. Sie glitten majestätisch durch das Wasser und waren bestimmt drei Meter breit.
Auch Thunfische konnten wir ein paar Tauchstellen weiter sehen. Ebenso begegneten wir Korallen und vielen verschiedenen munter umher schwimmenden Fischen in allen Farben und Formen. Nur leider hat sich an diesem Tag keine Schildkröte gezeigt. Der junge Balinese, der uns an der Küste auf dem Boot entlangfuhr, erzählte mir, dass es noch keinen Tag gab, an dem er Mantas und Schildkröten zusammen gesehen hat!

Ein Mittag in Uluwatu

Unser nächster Stopp ist Uluwatu im Süden von Bali. Die letzten Tage brechen an und das Erlebte festigt sich in meinen Gedanken, während ich mich aber auch wieder auf Zuhause freue.
Über den Hafen von Sanur geht es zurück nach Bali, wo wir wieder von unserem regelmäßigen Begleiter erwartet werden. Er fährt uns zu unserer nächsten Unterkunft. Über Hügel hinweg schlängeln sich die Straßen durch Wälder, bis an einer Weggabelung ein Schild mit dem Namen unseres Resorts steht. Wir folgen der Straße und fahren durch die Dunkelheit ins Nichts. Erst ein paar Minuten später, als wir um eine Ecke biegen, sehen wir das Tor, durch welches man auf das Grundstück kommt. Im ersten Moment wirkt das Resort wie ein Palast. Zugegeben, die Bilder im Internet versprechen auch einiges. Nach dem Check-In in der riesigen Eingangshalle werden wir von einem Hotelangestellten per Golf Caddy zu unserer Villa gebracht. Die Unterkunft ist mit Marmor überzogen. Eine freistehende Wanne schmückt das Bad, welches doppelt so groß, wie mein Zimmer in Deutschland, ist. In dem zwei Meter breiten Bett könnte man problemlos tagelang durch die Tür zum kleinen Vorgarten auf den privaten Pool schauen und auch der Zimmerservice, den wir das erste Mal an diesem vorletzten Abend nutzen, ist sehr gut.

Am letzten Tag besuchen wir einen Beachclub, essen Pizza mit Limette und Knoblauch, ich probiere das erste Mal Stand Up Paddling aus und ich schnorchle noch eine Runde im hüfttiefen Wasser. Abends werden Lagerfeuer entzündet und ein Musiker spielt Welthits auf seine Gitarre, während er durch die Sitzsack-Reihen läuft. Auf dem Rückweg schauen wir bei einer balinesischen Hochzeit vorbei, in die wir zufällig geraten und fahren dann erschöpft zurück in die Unterkunft.

Strand in Uluwatu

Die Heimreise

Am nächsten Tag wird gepackt, noch einmal an der Frangipani riechen, Souvenirs kaufen und dann geht es zum Flughafen. Vorher müssen wir noch einmal bei einem Supermarkt halten, weil ich unbedingt noch indonesische Süßigkeiten mitnehmen will. Mit einer herzlichen Umarmung werden wir von dem netten Taxifahrer, der uns wirklich immer überall pünktlich abgeholt hat, verabschiedet. Vierundzwanzig Stunden später stehen wir wieder auf deutschem Boden.

Vielen Dank für das Durchhalten bis hierhin!

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