Sonnenaufgänge im Reisfeld – Bali Teil 2

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Die letzte Station, von der ich erzählt habe, war Ubud. Dort habe ich dir von dem Mond über den Palmen vor der Schlucht erzählt, der eine malerische Kulisse erzeugt hat. Fahren wir also mit dem nächsten Tag fort.

Es geht weiter auf der Route – aber nicht viel. Wir wechseln das Hotel und ziehen in eine Villa mitten in den Reisfeldern von Ubud. Naja, eigentlich war es etwas außerhalb und so gelegen, dass man fünfzehn Minuten mit dem Auto von Ubud zu einer Straße brauchte, wo man von mein einem Roller abgeholt wurde, weil die danach kommende Gasse so eng ist, dass dort kein Auto entlangfahren kann. Auch das Gepäck wurde auf den Rollern in großen Gepäckträgern, die teilweise anstelle der zweiten Sitzfläche montiert waren, transportiert. Die Unterkunft wird meiner Vorliebe für Sonnenaufgänge mehr als gerecht. Früh morgens schon betrete ich die Terrasse und ein kühler Luftzug umgibt mich. Ich ziehe mir einen Pullover über und stelle mich auf die kalten Steine, die den Bereich rund um den Pool zieren. Der Himmel ist an diesem Morgen in ein dunkles Lila getaucht. Ein Hahn kräht und eine ältere Frau, die schon auf dem Feld arbeitet, schaut hoch. Als sie mich sieht, lächelt sie kurz. Ich lächle zurück. Dann widmet sie sich wieder dem Reis. Ich tauche einen Fuß in den Pool, ziehe ihn aber direkt wieder heraus, weil das Wasser so eisig ist. Dann gehe ich zurück in die Villa und hole meinen Laptop heraus. Ich setze mich auf die Terrasse und schreibe. In Momenten wie diesen entstehen dann Artikel und Geschichten, die sonst nicht die Laune finden, aus dem Unterbewusstsein zu sprudeln.

Wie viele Anfänge von Geschichten oder Notizen zu schönen Momenten habe ich auf meinem Handy und dem Laptop liegen? Es sind bestimmt Hunderte.

Ubud will besichtigt werden und wir tun der größten Stadt auf Bali diesen Gefallen. Zwischen Touristen und Einheimischen schieben wir uns durch die Straßen, nachdem wir vom hoteleigenen Fahrer ins Stadtzentrum gebracht wurden. Obwohl es laut ist, weil Motoren knattern und Menschen in allen möglichen Sprachen durcheinander rufen, ist die Ruhe in mir zu spüren. Nur für mich ganz alleine. Wieder ist es einer dieser Momente im Urlaub, der einen loslässt, damit man sich dem Ort widmen kann. Wenn ich in dem Moment nicht aufgepasst hätte, wäre ich wahrscheinlich von einem der vielen Rollerfahrer über den Haufen gefahren worden.

Ubud hat ziemlich viel zu bieten. Besonders was Essen und Trinken angeht, gibt es viele Orte, die es sich zu besuchen lohnt. Aber auch Tempel, Höhlen und Wasserfälle finden sich in der Umgebung. An diesem Punkt hätten wir noch einmal Richtung Norden reisen sollen. Über die Berge kommt man zur Nordküste der Insel, wo man wunderschöne Tauchgänge erleben können soll und wo das Wasser klarer ist, als sonst wo auf Bali.

Ein paar Morgen auf Nusa Penida

Uns verschlägt es nach Ubud aber wieder Richtung Süden. Über den „Hafen“ von Sanur, den ich absichtlich in Anführungszeichen setze, fahren wir mit der Fähre nach Nusa Penida. Der Hafen von Sanur ist ein Sandstrand, an dem die Fähren halten und dich auf alle kleinen Inseln im Westen von Bali bringen. Dazu gehören die Gili Inseln, Lombok und eben auch Nusa Penida. Das Gepäck wird aufeinander gestapelt und von Mitarbeitern des jeweiligen Fähranbieters durch das knöcheltiefe Wasser aufs Boot getragen. Bei uns klassischen Touristen kann man sich denken, wie viele Koffer durch die Hände der hart arbeitenden Männer gehen.

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Hafen von Sanur

Weshalb wir uns für Nusa Penida entschieden haben, kann ich dir gar nicht sagen. Vielleicht lag es an der beeindruckenden Unterkunft, die wir dort gefunden haben? Oder weil wir uns Hawaii-Feeling erhofft haben? Jedenfalls hatten wir mit dem Cottage, wo wir schliefen, ausgemacht, dass uns jemand von der Fähre abholt. Da die Fähre sich aber – so wie alles auf Bali – verspätet hatte, wartete keiner mehr auf uns. Dachten wir. Durch einen Tipp einer anderen Urlauberin konnten wir uns von einer Einheimischen das Handy leihen und im Cottage anrufen. Im gleichen Moment tippte mir ein junger Mann auf die Schulter, zeigte ein Schild und ich nickte, nachdem ich die Aufschrift laß. Dann erzählte er mir mit einem Lächeln, was wir in Deutschland bei einer Verspätung nie sehen würden, dass er schon ziemlich lange warte und er sich freut uns abholen zu dürfen.

Das Daphila Cottage. Die Unterkunft auf Nusa Penida verdient es, dass ich ihren Namen hier nenne. Die kleinen Holzhütten mit dem gewölbten Dach und Blick aufs Meer sind einfach der Wahnsinn. Unsere Hütte liegt in der ersten Reihe und das garantiert uns tolle Blicke auf den Wechsel der Tages- und Nachtzeiten. Mit dem Häuschen direkt vor dem Pool, von dem aus man bei gutem Wetter bis rüber nach Bali gucken kann, haben wir das beste Los gezogen. In den meisten Hotels auf Bali gibt es weder Espresso – kleiner Minuspunkt für mich als Süchtiger 🙂 – noch guten Kaffee. Aber auf Nusa Penida tut der Iced Cappuccino seinen Job und während der gleißenden Mittagssonne garantiert er eine Erfrischung. Auch der selbst anzurührende Kaffee in dem Cottage ist genießbar. Meistens gab es dazu zwar keine Milch, aber man gewöhnt sich für zwei Wochen auch an schwarzen Kaffee mit etwas Zucker.

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Blick aus dem Cottage auf Nusa Penida

Natürlich kann ich mich nicht kurzhalten und es folgt ein weiterer Teil, der von dem Aufenthalt in einem verlassenen Resort und einem der besten Beachclub-Besuche, die ich je hatte, erzählt.

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