East London Olympic Parc Tragedy

Wir schreiben das Jahr 2019. Es ist der 30. März, ein sonniger Frühlingstag in Ostlondon. Das Spiel zwischen West Ham und Everton steht uns bevor. Es ist zu diesem Zeitpunkt der Saison ein unbedeutendes Spiel, da beide Teams im Mittelfeld der Tabelle rangieren. Weder schauen sie nach unten Richtung Abstieg, noch hoffen sie auf einen plötzlichen Erfolg und das Erreichen eines Europa- oder gar Championsleague-Platzes.

So oder so ähnlich hätte die Vorberichterstattung ihren Lauf nehmen können. Wie dies bei DAZN abgelaufen ist, kann ich aber nicht erzählen, denn ich war vor Ort im London Stadium und habe mir das Spiel live angesehen.

Ich habe zwar vor einer Woche schon von meinem Besuch bei Manchester City berichtet, aber zeitlich ist dieses Spiel vor dem im Etihad anzusiedeln. Somit war es das erste Premier League Spiel, welches ich besucht habe. Da wir in dem Beitrag zuvor schon so schön herausgearbeitet haben, was ich erwartet und letztendlich gesehen habe, behalten wir dieses Schema doch gleich bei. 😉

Erwartung

Natürlich habe ich von Anfang an große Erwartungen an mein erstes Premier League Spiel gehabt, hallo? Es wäre ja schlimm, wenn ich vollkommen ohne Vorfreude und Spannung den langen Weg zum London Stadium auf mich genommen hätte. West Ham ist für mich ein Verein, der kein deutliches Gesicht trägt, genau wie Everton. Beide sind ab und zu mal in der Europa League zu sehen, aber schwanken sehr stark in ihren Leistungen. Obwohl mir von den beiden Mannschaften immer schon West Ham sympathischer war, habe ich mich trotzdem gefreut auch die Evertonspieler live sehen zu können. Ein kleiner Fokus sollte auf Arnautovic liegen, von dem ich schon gehört habe, dass er manchmal sehr besonders in seinem Verhalten ist.

Da auch in dieser Saison die Leistungen wieder sehr stark schwanken, habe ich mit einem Spiel ohne viele Torraumszenen und mit viel Mittelfeldgeplänkel gerechnet. Ein Unentschieden oder ein knapper Heimsieg wären dementsprechend das Resultat gewesen.

Realität

Vorerst zum Ergebnis. Everton hat sein Auswärtsspiel in London an dem Tag mit 2:0 gewonnen, was ziemlich überraschend kam. Klar, Everton hatte davor einen kleinen Run, aber ich habe West Ham in der Defensive deutlich stärker eingeschätzt, als sie es waren. Man hat kaum Heimatmosphäre gespürt. Eher waren die Evertonfans für die Stimmung im Olympiapark verantwortlich.

Ich saß direkt an der Eckfahne zwischen dem Sir Trevor Brooking Stand und dem East Stand. Damit habe ich für dieses Spiel eine schlechte Wahl getroffen, weil beide Tore auf der anderen Seite gefallen sind.

Die erhofften Auffälligkeiten von Arnautovic, der sein Können gar nicht gezeigt hat, blieben aus. Generell hat man den Unmut des Teams gespürt, was mir Leid tut, denn West Ham ist für mich, wie schon gesagt, ein sympathischer Verein. Er wurde als Fußballverein einer Werft gegründet und als Betriebsfußballverein gesehen. Durch seine guten Leistungen ist er aber schnell bekannt geworden und von der London League immer weiter aufgestiegen. Ich mag es, dass anfangs nicht erwartet wurde, dass der Verein möglichst erfolgreich wird. Es wirkt viel natürlicher, wenn der Erfolg durch den Spaß am Fußball kommt, was ja weitestgehend bei West Ham der Fall gewesen sein muss. Kurios ist auch der Fakt, dass West Ham seinen einzigen internationalen Titel gegen die TSV 1860 München gewann. Damals spielten beide Teams im Wembley-Stadion um den Europapokal der Pokalsieger.
Hier kannst du mehr zu West Hams Geschichte lesen.

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Das London Stadium von meinem Platz aus

 

Tickets

Genau wie beim Spiel von Manchester City hat auch hier das Ticket 55€ gekostet. Für den Platz, den ich im Etihad hatte, hätte ich hier vermutlich mehr gezahlt. Ich finde es ein bisschen schade, dass es für diese Spiele keine Studentenermäßigung gibt, kann aber auch von Vereinsseite den wirtschaftlichen Aspekt verstehen. Da muss man halt wissen, was einem lieber ist. Vielleicht gibt es auch regelmäßige Aktionen für vergünstigte Tickets außerhalb der gängigen Sondergruppen. Das weiß ich allerdings nicht.

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Die Ränge des London Stadiums

Empfehlung

Der Fakt, dass ich vor dem City-Spiel beim West Ham-Spiel war und der andere Blogbeitrag zuerst kam, sagt schon einiges aus. Es hängt damit zusammen, dass es mir im Etihad deutlich besser gefallen hat. Das London Stadium ist mir viel zu riesig und wirkt trotz der Werbung als provisorische Spielstätte der Irons. Auch die Fans scheinen momentan etwas zerstreut zu sein. Da der Verein momentan in einer schlechten Form ist, war die Unterstützung nicht überzeugend.

Auch dieses Stadion ist gut angebunden. Man fährt mit der Subway bis nach Stratford und geht von dort aus zu Fuß. Die Straße zum Stadion ist komplett für Autos abgesperrt und alles ist, wie gewohnt von den Briten, gut ausgeschildert.

Trotzdem werde ich mir in Zukunft ein anderes Stadion in London heraussuchen, wenn ich mir mal wieder ein Spiel angucke. Ganz oben auf der Liste steht natürlich das Emirates Stadium (Arsenal). Aber auch das Craven Cottage (Fulham) oder die Stamford Bridge (Chelsea) lohnen sich sicher für einen Besuch!

 

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