Was du schon immer über das Universum wissen wolltest

Ich erinnere mich noch daran, wie ich vor Jahren in einem Buchladen am Marienplatz in München den Titel entdeckt habe und er mich sofort ansprach – Kurze Antworten auf große Fragen von Stephen Hawking. Nachdem ich ein paar Seiten gelesen hatte, legte ich es weg, weil mir die Inhalte zu kompliziert vorkamen und ich nicht die Kapazität dafür hatte. Jetzt habe ich es gelesen und einige Aspekte, die Hawking anspricht, habe ich so noch nie gehört.

Computerviren sind Lebewesen und keiner kann alles wissen

Genau diese Aussagen trifft Hawking. Zwar nicht so abgeschnitten, wie ich sie hier herausgestellt habe, aber er argumentiert ganz deutlich, weshalb er zu diesen und anderen Erkenntnissen kommt. Wichtig ist, dass das Buch im Kontext seiner Arbeit betrachtet wird, denn nicht alle Antworten, die er uns versucht zu geben, fundieren auf seinen Erkenntnissen. Dies erzählt uns Kip S. Thorne in der Einführung zu dem Buch, die ich allerdings erst gelesen habe, nachdem ich mir die Antworten der großen Fragen durchgelesen hatte – und ich war froh darüber. Die Einführung kann schon ein wenig spoilern, daher lies sie zum Schluss.

Albert Einstein, der große Meister

Im Buch ist klar zu merken, wer das große Vorbild Hawkings ist. Einstein findet oft Erwähnung in unterschiedlichen Kapiteln. Auch seine Spezielle und die Allgemeine Relativitätstheorie werden öfter erwähnt. Meist in Zusammenhang mit Hawkings Ziel, eine Theorie zu dem Großen und Ganzen zu entwickeln. Für mich war Einsteins Arbeit nie so zugänglich. Das Buch gibt einem aber gute Eindrücke und führt an Begriffe wie die String-Theorie, Unschärferelation, Quantenphysik, Thermodynamik oder Fusionsenergie heran. Deshalb sollte für dieses Buch schon ein gewisses Interesse an Physik und Chemie vorhanden sein.

Innehalten und Nachdenken

Was mich am meisten fasziniert hat, waren die Fakten, die Hawking zur Erläuterung der ersten drei Fragen heranzieht. Es lohnt sich, nach einem Kapitel einfach mal das Buch zuzuklappen und über die Zahlen und die Größenverhältnisse nachzudenken. Zugegeben, das würde mir auch schwerfallen, wenn das nächste Kapitel sich mit der Frage „Wie hat alles angefangen?“ oder „Was befindet sich in einem Schwarzen Loch?“ beschäftigt.

Der Fakt, der mich am meisten beeindruckt hat, findet sich in Frage 3 „Gibt es anderes intelligentes Leben im Universum?“. Dort vergleicht Hawking die biologische Evolutionsrate des Menschen, also wie schnell sich Menschen über Generationen genetisch „verbessern“ können, um auf der Welt zu überleben, mit den jährlich veröffentlichten Büchern in englischer Sprache. Hier stellt er heraus, dass die biologische Evolutionsrate bei etwa einem Bit pro Jahr liegt, während die Informationen in den 50.000 jährlich veröffentlichten Büchern 100 Milliarden Bit betragen.

Mir hat das Buch nach jedem Kapitel Lust auf mehr gemacht, du solltest aber einen freien Kopf haben, um die Kapitel wirklich genießen zu können. Manchmal lohnt sich auch doppeltes Lesen bei einzelnen Sätzen, was ich aber normal finde, denn wohl die Wenigsten von uns werden sich täglich mit Berechnungen rund um das Universum befassen.

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