North London Forever

Es war mal wieder Zeit für ein Pint und von Liebe erfüllte Fangesänge im Nieselregen unter Flutlicht. Ende Oktober spielten Arsenal und Brighton im englischen League Cup gegeneinander in London und ich habe ein Ticket bekommen!

Camden Town

Unser Hotel lag ungefähr 30 Minuten Fußweg vom Emirates Stadium entfernt. Camden Town ist durch die Camden Street und den Camden Market sehr bekannt. Bunte Fassaden mischen sich mit Souvenirshops und Straßenverkäufern zu einem Touristenhotspot, den man sich einmal angucken, dann aber gut meiden kann. Auf den Auslagen der kleinen Straßenstände liegt Schmuck neben bedruckten Taschen, T-Shirts. Es wird gefeilscht. Laute Musik dröhnt die Straße hinunter. Ein Mann tanzt. Die Massen schieben sich durch die schmalen Gänge am Wasser. Dazu tröpfelt der leichte Regen auf den Grand Union Canal, der direkt neben dem Marktgelände fließt.

Ruhiger wird es weiter nördlich, auf der sich durch den Stadtteil ziehenden Camden Road. Die Geschäfte werden weniger, die Wohnhäuser mehr. Es wird grüner. Ein Skatepark liegt vor einer kleinen Kirche, auf der anderen Straßenseite die kleinen typischen Reihenhäuser mit Schornsteinen dicht an dicht. Idyllisch. Alle paar hundert Meter kreuzen Straßen mit kleinen Geschäften die Camden Road. Eines dieser Geschäfte ist die Bäckerei Bread and Bike sowie das kleine französische Cafe mit dem ungelenken Namen H&A patisserie. Beides empfehlenswert!

Holloway

Wenn man der Straße folgt, stößt man direkt aufs Herz von Holloway. Es hängen rot-weiße Flaggen und Wappen mit der berühmten Kanone an den Wänden der Pubs der Holloway Road. Manchmal dezent, wie im The Hercules Pub, manchmal offensiv, wie im The Coronet. Wir sind in North London, genauer gesagt in dem Teil, in dem Arsenal regiert. An der Bahnstation Holloway Road vorbei, biegen wir links ab. Die Straße schlägelt sich nach links. In der kleinen Lücke zwischen den Häusern taucht ein roter Schriftzug auf. EMIRATES STADIUM. Ich muss lächeln. Da ist es. Wir gehen weiter. Der Fußballtempel baut sich mitten im Wohngebiet vor uns auf. Wir stehen an der Kreuzung vor dem Stadion und das Stadion von Arsenal strahlt in die britische Nacht. Ein imposanter Anblick, immer wieder. 

Wir sind früh dran, es sind noch über zwei Stunden bis Spielbeginn. Wir laufen einmal halb ums Stadion, kommen in die Straße Drayton Park, wo die ersten Buden Burger braten. Es sind kaum Fans unterwegs. An der Arsenal-Station vorbei, passieren wir das alte Highbury-Stadion, Arsenals vorherige Spielstätte, und stehen vor dem Gunners Pub

Nach einer Stärkung geht es zurück, bald ist Anpfiff. Die Erwartungen sind trotz der B-Elf bei Arsenal hoch. 1. Platz in der Liga, 4 Punkte Vorsprung, nur 3 Tore in den ersten 9 Spielen kassiert und erst ein Schuss aufs eigene Tor im Oktober. Das Ganze liest sich so sonnig und unbekümmert wie ein Roman von Ewald Arenz. Um 19:45 Uhr englischer Zeit ist endlich Anpfiff. 

Arsenal gewinnt nach einem unterhaltsamen Spiel und auch wenn sie einige Schüsse aufs Tor zugelassen haben, beginnen viele Fans langsam Arsenals Leistungen zu vertrauen. Vielleicht steht am Ende der Saison ein Pokal in der seit Langem nicht mehr geöffneten Vitrine? Ich würde es mir wünschen!

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