Ein Frühlingstag in Manchester – Wie fange ich einfach an?

Auch ein Frühlingstag in Manchester kann beschwerlicher sein, als man es sich denkt. Auf dem kleinen Tisch im Fig & Sparrow stand damals mein Macbook. Meine Finger klackerten auf ihm, doch sie schrieben nichts. Nervös tippte ich auf die Stelle zwischen Touchpad und Tastatur, während ich versuchte meine Gedanken zu sammeln und etwas auf das leere Dokument zu bekommen, welches sich über den gesamten Bildschirm zog und ihn mit weißer Leere füllte. Der Kaffee war schon längst leer. Er half sowieso nicht mehr. Ich spürte Blicke auf mir. Der junge Kreative, der am Nachbartisch saß, lunzte ab und zu herüber, beobachtete meine trommelnden Finger vorwurfsvoll und widmete sich dann wieder seinem eigenen Laptop. Auch der Kellner fragte mich drei Mal, ob ich noch etwas trinken möchte. Aber nach zwei Flat White sollte doch wenigstens das Thema stehen, oder nicht?

Manchmal ist es nicht so einfach mit dem Loslegen. Besonders beim Schreiben sieht man im Kopf die unendliche Wörtermasse vor sich und bekommt Angst davor, etwas zu versauen. Leicht lässt sich dieses Problem auch auf andere Lebensbereiche übertragen. Die Meisten von uns haben sicherlich schon einmal eine der folgenden Dinge in ähnlicher Version gesagt: „Ich müsste mal…“, „Das könnte ich echt mal machen…“ oder „Darauf habe ich generell schon Lust“. Was diese Aussagen alle gemeinsam haben? Sie führen zu nichts! Die Dinge, die wir irgendwann mal machen wollen, die machen wir NIE! (In bestimmt 90% der Fälle)

Was ist das wirkliche Problem dahinter?

Das wirkliche Problem ist aber ein anderes. Es geht nicht darum, dass wir uns selber anlügen. Dahinter steckt mehr. Es ist nicht die Sache als solche, sondern dass wir nicht anfangen. Wir finden keinen Start für die Dinge, die uns begeistern und die uns reizen. Wir denken, wie so oft im Leben, zu viel nach. Ich könnte diesen Beitrag nur so mit Beispielen füllen, die genau das widerspiegeln. Doch ich möchte dir nur zwei einfache geben:

  • „Wir müssten mal einen Podcast aufnehmen“: Nach Zustimmung aller Beteiligten verschwindet die Idee wieder im Nichts und taucht erst wieder nach einem weiteren, für die Beteiligten, interessanten Gespräch wieder auf. Die Aussage fällt wieder, verschwindet aber ebenso im Nichts. So geht es nun ewig weiter, bis entweder die Gespräche wegfallen oder alle Beteiligten realisieren, dass man den Plan nie umsetzen wird. Aber wieso denn nicht? Natürlich ist es weniger erfolgsversprechend irgendein Gespräch aufzunehmen, als einen Podcast zu produzieren, der einem bestimmten Thema folgt. Aber man kann sich das Thema ja selber überlegen, einen Hörer-Avatar erstellen, ein Mikrofon kaufen und einfach loslegen!
  • „Lass uns mal eine App zu XY programmieren“: Hier ist es ähnlich, eine Idee wird geboren, es wird euphorisch und mit kompletter Überzeugung darüber gesprochen und am nächsten Tag ist alles verworfen, weil das technische Know How fehlt. Doch auch hier gibt es Bausteinsysteme im Internet, die es einem möglich machen auch ohne viel Wissen und IT-Kenntnisse eine App zu kreieren.

Wir machen uns so viele Gedanken darum, dass uns einzelne Fähigkeiten fehlen, dass wir uns nicht damit beschäftigen, wie wir sie entweder erlernen oder Leute fragen, die es drauf haben. Oft blockiert uns der Gedanken einen Teil der Idee mit unseren Kompetenzen nicht umsetzen zu können so sehr, dass wir sie ziehen lassen. Genau so war es auch an dem Tag in Manchester, an dem ich tatenlos an dem kleinen Tisch saß, einen Kaffee nach dem anderen getrunken und mich gefragt habe, wie ich loslegen soll. Jetzt erinnere ich mich an diesen Tag nur noch wage. Ich weiß nicht einmal mehr welchen Text ich weiterschreiben oder anfangen wollte. Nur die Schwierigkeit anzufangen ist mir in Erinnerung geblieben, weil ich im Nachhinein doch losgelegt habe. Aus diesen Erinnerungen entsteht dieser Beitrag, der mir selbst noch einmal zeigt, dass man die Ideen selber in der Hand (oder im Kopf) hat! Keiner fängt für uns an, wir müssen es selber machen. Das war die Erkenntnis dieses Frühlingstages, die ich mit dir teilen möchte.

Mal musst du ruhen, dich oft aber auch einfach überwinden!

Also, wenn du ein Hobby, eine Leidenschaft oder irgendetwas anderes hast, was dir Spaß bringt, wo du dich aber manchmal blockiert fühlst, dann denk daran, dass es ok ist mal zu ruhen, aber du musst es später selber wieder in die Hand nehmen und loslegen. Aufstehen und einfach mal anfangen, nicht zu lange nachdenken.

 

PS. Ich habe inzwischen auch das Konzept für den Podcast geschrieben. 😉 

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