Ergänzungen von 2025
Der Artikel lag lange unfertig bei anderen Entwürfen, weil mir der Titel nicht gefallen hat. Aber er beschreibt das, was mich an Stockholm und seiner Geschichte am meisten fasziniert hat. Ein Mann, der das Dynamit erfunden hat, das durch seine Explosion zur gefährlichen Waffe wird, nach seinem Ableben aber sein gesamtes dadurch angehäuftes Vermögen einer Stiftung vermacht, die jährlich Menschen mit einem Preis auszeichnet, dem Nobelpreis.
Text von 2022
Ein Spaziergang durch Stockholm
Der Startpunkt unseres Spaziergangs ist der Ort, wo wir ihn auch beenden werden. Wir stehen auf dem Stortorget, einem Platz in der Altstadt von Stockholm, der schwedischen Hauptstadt. Die Sonne scheint, doch an diesem zweiten Septemberwochenende ist ihr nicht recht zu trauen. Es ist noch früh und der Hunger treibt uns in eines der Touristencafés, das Kaffekoppen. Das Café ist wahrlich kein Geheimtipp, macht aber eine leckere heiße Schokolade und man kann die Menschen auf dem Platz gut beobachten. Auch die Kanelbullar, wir in Deutschland würden von Zimtschnecken sprechen, schmecken ziemlich gut!



Nach der Stärkung geht es runter von der Gamla Stan, der Insel, auf der die Altstadt liegt. Stockholm ist auf vierzehn Inseln verteilt, überall ist Wasser. Wir schlendern bis in den Stadtteil Södermalm, der für seine Second Hand Läden, seine Café und seine gute Atmosphäre bekannt ist. Plötzlich drängt eine Menschenmasse durch die Straße, uns entgegen. Ein Musikantenzug. Doch keine professionellen Musiker sondern Anwohner. Sie spielen auf ihren Instrumenten und demonstrieren für etwas. Das Banner ist auf schwedisch.


Södermalm als Vorbild
Wir lassen uns weiter durch die Straßen treiben, genießen das Wetter. Es ist Samstag. An der Mündung einer Seitenstraße fallen mir die Stände eines Flohmarktes ins Auge. Neben Kleidung werden selbstgemachte Lebensmittel angeboten. Leute quatschen, es ist geschäftig und entspannt zugleich. Der Flair, den die Schweden versprühen, ist mir hier das erste Mal aufgefallen. Sie wirken zu jeder Zeit engagiert und fleißig, strahlen dabei aber eine Lässigkeit aus, die man in Deutschland vergebens sucht. Die Sonne scheint ihnen an diesem Tag Kraft zu geben, einige Menschen recken ihr Gesicht mit geschlossenen Augen in den Himmel.
Wir laufen an den Ständen vorbei, ohne etwas zu kaufen. Menschen in grünen Trikots und mit grünen Schals strömen an uns vorbei. Fußball! Ein kurzer Blick aufs Handy zeigt, dass Hammarby gleich spielt. Das Stadion kann nicht weit entfernt sein, einen Versuch ist es wert. Wir gliedern uns in den Menschenstrom ein und werden automatisch am Stadion ausgespült. Zwei Tickets bekommen wir unkompliziert an der Tageskasse. Es spielt die Spitzenmannschaft der Damen gegen die Mannschaft aus Rosengard. Menschen singen, lümmeln auf dem Rasen, ein paar stehen sogar auf der anderen Seite des Zauns und versuchen dem Spiel zu folgen. Hammarby gewinnt und das verstärkt die positive Stimmung in dem kleinen Stadion.

Inselhopping zu Fuß
Bald schon ist die Sonne weg. Es wird kalt und wir laufen ein paar Schritte. Es geht nach Norden, über die Insel auf der die Altstadt liegt, direkt nach Osten. Geografisch sieht das Gebiet interessant aus, eine Insel ist an eine zweite gekettet, beide sind nur über eine Brücke zu erreichen. Wir umrunden beide wortlos, lassen die Gedanken treiben und inspizieren die kleinen Fischerhütten. Es ist niemand anderes zu sehen. Kleine Fischerboote liegen an einem Hafen, das Wasser ist ruhig. Hinter der zweiten Insel röhrt ein Freizeitpark, eine Achterbahn saust auf und ab, Menschen kreischen.
Es ist schon spät am Nachmittag und ich bekomme Lust irgendwo hineinzugehen. Daher laufen wir zurück in die Innenstadt und essen einen Burger in einem nicht erwähnenswerten Restaurant, bevor wir uns vor der Dunkelheit ins Hotel flüchten.
weitere Ergänzungen von 2025
Alfred Nobel
Am nächsten Morgen will ich unbedingt ins Nobelmuseum. Wir kehren also auf den Stortorget zurück und betreten das Museum. Es gibt allerhand zu lesen, über den Preis und dessen Einrichtung, über etliche Nobelpreisträger und Nobelpreisträgerinnen und eben über den Gründer der Nobelstiftung, Alfred Nobel. Ich schaue mir lange ein Foto von ihm in seinem Wintergarten an. Die Sitzgruppe, von der aus er in die Kamera guckt, ist umgeben von großblättrigen Pflanzen und kleinen Bäumen, die bis unters Dach reichen. Alfred Nobel wird erschöpft, müde, er träumt. Vielleicht posiert er aber auch, ich weiß es nicht.
Die Geschichte hat mich beeindruckt, ich weiß nicht, ob positiv oder negativ, aber bis heute ist die mir im Gedächtnis geblieben und als ich den Artikel in meinen Entwürfen gesehen habe, dachte ich, dass es vielleicht an der Zeit wäre, ihn zu veröffentlichen, um genau dieses Gefühl zu teilen.

Stockholm ist einen Besuch wert und ich bin mir sicher, dass wir in den drei Tagen, in denen wir dort waren, nicht einmal einen Bruchteil von dem gesehen habe, was möglich ist. Auf dem Rückflug hat mir ein Mann erzählt, dass er nach Schweden ausgewandert ist, weil die Natur ihn so beeindruckt hat. Direkt vor den Türen Stockholms soll es tolle Landschaften sehen. Das steht dann fürs nächste Mal auf meiner Liste!