2020

Dieses Jahr war turbulent. Und ich glaube, dass man nicht meine Situation – oder die irgendjemand anderes – kennen muss, um dies sagen zu können. In diesem Beitrag möchte ich mich zu den Dingen auslassen, die uns 2020 „geschenkt“ hat. Egal, ob es nur eine besondere Ansicht auf etwas Neues ist oder weil das Jahr etwas mitgibt, was allgemeingültig und lehrreich ist.

Ja, in diesem Jahr ist nachweislich die Armut größer geworden und viele Menschen sind an COVID erkrankt und teilweise verstorben, das darf man nicht unter den Tisch kehren und es muss thematisiert werden. Viele Medien, Blogger und Influencer haben dies bereits getan, weshalb ich für mich auf die Sonnenseiten blicken möchte.

Januar

Zuerst einmal ging das Jahr los wie jedes andere auch. Der Januar fegte uns mit Wind hinein und die Kälte des Jahresbeginns ließ uns von unseren Sommerurlauben und wärmeren Tagen träumen. So erging es auch mir. Mit zwei Reisen, die ich für das Frühjahr geplant hatte, erhoffte ich mir einerseits die Erfüllung eines langen Traumes und andererseits einen entspannten Wochenendtrip mit einem Freund. Hierzu habe ich auch einen Beitrag veröffentlicht, was in diesem Jahr eine Seltenheit war, denn offensichtlich war ich dieses Jahr auf diesem Blog nicht präsent – geschrieben habe ich trotzdem. Mehr dazu später.

Da ich zu März mein Studium beendet habe und im ersten Quartal hauptsächlich damit beschäftigt war, meine Bachelorarbeit fertigzustellen, plante ich eine Reise nach Australien. Sie sollte Motor und Ansporn für den Endspurt im Studium sein. Während ich im Januar und Februar nur Zuhause saß, kam die Reise im März schon langsam näher – und die Pandemie auch. Kurz vor Abflug im April erfuhr ich, dass die Reise nicht stattfinden kann, weil man als EU-Bürger zu dem Zeitpunkt nicht nach Australien einreisen durfte. Auch meine Reise kurz davor wurde abgesagt. Diese sollte eigentlich nach Skopje gehen. Gut, dann verbringe ich die Tage halt Zuhause, macht auch nichts, dachte ich mir. Aber auch der geplante Start eines neuen Jobs brach weg und ich stand ohne etwas da. Infolgedessen verbrachte ich viel Zeit damit, zu lesen, zu schreiben und mich in Dinge einzuarbeiten, die ich sonst nie auf dem Zettel hatte. Zum Beispiel befasste ich mich viel mit Plots und verglich diese mit Werken und existierenden Filmen. Im Nachhinein war diese Zeit sehr wertvoll, weil ich zu begreifen verstand, wie belletristische Werke entstehen. Hierzu habe ich viel mit dem Buch „20 Masterplots“ von Ronald B. Tobias gearbeitet.

Kunst war ebenfalls ein großer Teil in der Zeit. Ich befasste mich mit Malern, ihren Werken und sog die eine oder andere Doku über verschiedene Künstler, Designer oder Autoren in mich auf. Übergeleitet von Kunstverbrechen landete ich wieder bei Podcasts, die mich auf Spaziergängen quer durch die Stadt begleiteten. Rückblickend hat all dies genau das vereint, was mich begeistert und sowieso immer beschäftigt. Als Ergebnis fing ich an, mir Plots für Kriminalgeschichten zu überlegen, probierte mit der Schneeflockenmethode herum, mit der man total einfach einen Roman plotten können soll (was so nicht bei mir funktioniert).

Du merkst, das Jahr hat mich breiter aufgestellt. Ich habe in den vier Monaten, in denen ich wirklich mal Zeit für mich hatte, versucht, möglichst viel mitzunehmen.

Juli

Nach einer langen Phase, in der ich mich darum gekümmert habe, dass ich den Job, welcher mir zuvor abgesagt wurde, doch bekomme, konnte ich endlich starten! Es war genau der richtige Zeitpunkt, denn ich war bereit dazu, mich einer neuen Aufgabe zu widmen und in einem Bereich, in dem ich vorher noch absolut keine Erfahrung hatte, Fuß zu fassen. Bis heute bin ich in diesem Job und deshalb war 2020 nicht nur schlecht, sondern auch ein Erfolg.

Geprägt von der Einarbeitung in die neue Tätigkeit und viel Zeit mit der Familie, war dieses Jahr nicht wirklich ereignisreich. Reisen habe ich gar nicht gemacht, weil es für mich persönlich in diesem Jahr einfach nicht zu der globalen Situation gepasst hat. Während andere nach Griechenland oder Italien gereist sind, habe ich mich dazu entschieden, Zuhause zu bleiben. Na gut, nur Zuhause war ich auch nicht. Mein weitester Ausflug ging in meine alten Ein-Jahres-Heimat Osnabrück, was aber auch sehr erfrischend war. Der Moment, in dem ich durch die beiden Straße gelaufen bin, wo ich damals jeweils ein halbes Jahr gewohnt habe, und keines der beiden Häuser noch so dort stand, wie ich es verlassen hatte, war sehr besonders für mich. Das eine wich einem Neubau und das andere hat eine komplett neue Fassade bekommen. Auch der Campus der Uni sieht – logischerweise – nicht mehr aus wie 2016. Aber so ist es. Wäre der Wechsel konstant, hätte ich ihn nicht so deutlich wahrgenommen.

Oktober

Im Oktober fand ich wieder mehr Zeit für meine Hobbies. Wobei ja meistens die Zeit gar nicht das Problem ist, denn Motivation und Inspiration heißen die Gegner. Ich bin in dieser Zeit öfter in mich gegangen und habe mir überlegt, ob wirklich nur die Motivation das Problem ist, oder ob ich die Tätigkeit, die ich als Hobby sehe, gar nicht wirklich ausüben möchte und nur fortführe, weil ich sie schon lange ausübe. Das Denken dazu hat mir viel gebracht, weil ich nun wirklich weiß, wofür ich meine Zeit nutzen will – kann ich daher nur empfehlen.

Zum Jahresende hin ging dann alles sehr schnell und die Tage verflogen. Neben der Arbeit und dem Lesen bleibt in Pandemiezeiten nun wirklich nicht mehr viel übrig. Das Wichtigste für mich war, dass ich am Ende des Jahres nicht das Gefühl habe, meine Zeit weggeworfen zu haben. Das hängt aber ziemlich stark von der Person ab und kann für einige viel schwieriger sein als für mich. Einigen Menschen fällt es schwerer, Zeit alleine zu verbringen und diese fühlen sich dadurch schneller einsam. Andere können das gut ab und gehen ihren Dingen nach. Deshalb müssen wir weiter achtsam sein, nicht nur mit unseren Mitmenschen, sondern auch mit uns.

Ich halte mich mit anderen Themen wie Fußball oder Musik bei diesem Jahresrückblick zurück, einerseits weil es nicht wirklich in den Kontext dieses Textes passt, andererseits aber auch weil es uns mit diesem Jahr wohl reicht und meine Ausführungen ohnehin zu lang werden würden. Auch darüber, welche Bücher ich gelesen, auf meine Leseliste oder als Brennmaterial ausgemacht habe, schreibe ich ein anderes Mal.

Auf ein erfolgreiches, gesundes und fantastisches 2021!

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